Bei DaVinci Resolve 21.1 interessiert mich vor allem, ob die neuen KI-Assistenten bei wiederkehrender Schnittarbeit wirklich Zeit sparen. Blackmagic beschreibt Funktionen zum Organisieren von Medien, Anpassen von Projekteinstellungen und Rendern. Für mich ist das spannend, wenn am Ende mehr Zeit für die Auswahl der richtigen Geschichte bleibt – nicht, wenn nur schneller ein beliebiger Rohschnitt entsteht.
Was DaVinci Resolve 21.1 neu macht
Bei Interviews, Veranstaltungen und Drehtagen sammelt sich schnell viel Material. Ich würde einen Assistenten zuerst eine klar begrenzte Aufgabe übernehmen lassen: etwa Medien sortieren oder einen ersten Highlight-Vorschlag erstellen. So kann ich das Ergebnis gegen mein eigenes Vorgehen prüfen, ohne dem Tool gleich das ganze Projekt zu überlassen.
Vor dem ersten KI-Schritt lege ich fest, worum der Film gehen soll. Ein automatisch vorgeschlagener Highlight-Schnitt ist für mich eine Suchhilfe, kein fertiger Social Clip. Ich prüfe Einstieg, Dramaturgie, Bildausschnitt, Untertitel, Ton und Markenwirkung selbst.
Was davon in der Content-Produktion ankommt
Damit ein Projekt gut sortiert werden kann, benenne ich Interview, B-Roll, Ton und Takes verständlich und halte die Ordnerstruktur sauber. Das hilft auch ohne KI. Erst wenn ich Material vorher und nachher wiederfinde, kann ich beurteilen, ob die neue Funktion tatsächlich etwas verbessert.
Ich würde bei einem überschaubaren Projekt die Sichtungs- und Rohschnittzeit notieren, dann denselben Ablauf mit dem Assistenten wiederholen. Zur Bilanz zählt für mich auch die Zeit für Korrekturen. Wenn der erste Vorschlag schnell kommt, aber die Nacharbeit länger dauert, hat mir die Funktion im Alltag nichts gespart.
Der Bezug zu unserer Kameraarbeit
Die Sony FX3 aus unserem Rental-Shop steht hier für den Drehbeginn: Die Kamera liefert das Material, danach entstehen im Schnitt Geschichte und Fassungen für Website oder Social Media. Resolve 21.1 verändert nicht die Aufnahme mit der FX3; die neuen Funktionen setzen bei der Arbeit am Projekt an.
Für mich hängt der Nutzen schon an der Planung am Set. Wenn ich weiß, welche Aussagen, Details und Formate gebraucht werden, kann ich die Takes passend aufnehmen und benennen. Dann lässt sich in Resolve gezielter ein Highlight suchen, statt später zu hoffen, dass die KI aus unsortiertem Material die richtige Geschichte findet.
So würde ich die neuen Funktionen testen
Blackmagic nennt unter anderem Claude, Claude Code und ChatGPT Codex als mögliche Assistenten. Der Hersteller beschreibt Aufgaben wie Medien organisieren, Einstellungen ändern, mehrere Fassungen rendern und Highlights aus längeren Videos vorschlagen. Ich würde vor dem Einsatz prüfen, welche Verbindung eingerichtet wird und welche Projektinhalte dabei übertragen werden.
Das ist für mich eine andere Art von Funktion als ein einzelner Effektknopf: Der Assistent greift in wiederkehrende Handgriffe im Projekt ein. Laut Blackmagic ist Resolve 21.1 verfügbar. Welche Schritte in deinem Alltag schneller werden, hängt aber davon ab, wie sauber Projekt, Ordner und gewünschte Ausspielungen vorbereitet sind.
- Ein Resolve-Projekt duplizieren und mit einer überschaubaren Sequenz starten, etwa einem längeren Interview.
- Eine konkrete Aufgabe formulieren, zum Beispiel einen ersten Highlight-Vorschlag aus dem vorhandenen Material erstellen zu lassen.
- Den Vorschlag mit einer eigenen Auswahl vergleichen: Welche wichtigen Aussagen fehlen? Welche Stellen sind wirklich nutzbar?
- Erst danach einen klar definierten Export testen und Bildformat, Ton, Untertitel, Dateiname und Zielplattform kontrollieren.
Für einen fairen Test würde ich ein Projekt mit klaren Aufgaben auswählen und drei Zeiten notieren: manuelle Sichtung, Ergebnis mit Assistent und Korrektur. Danach kontrolliere ich Bild- und Tonqualität sowie, ob der Schnitt die fachlich richtige Aussage trifft. So sehe ich, ob die KI wirklich hilft oder nur eine zusätzliche Schleife erzeugt.
Was die KI nicht entscheidet
Ein Assistent kennt nicht automatisch die Haltung eines Unternehmens, die Freigaben eines Kunden oder den O-Ton, der eine Geschichte glaubwürdig macht. Bei unveröffentlichtem Material kläre ich deshalb vorher, welche Inhalte mit einem externen Dienst geteilt werden dürfen. Wenn das nicht freigegeben ist, bleibt das Material aus dieser Verbindung heraus.
Mein Fazit: Die neuen Funktionen machen KI im Schnitt konkreter, weil sie näher an Projektorganisation und wiederkehrende Aufgaben rücken. Ich würde mit einem kleinen, freigegebenen Projekt anfangen und die gesparte Zeit ehrlich gegen die nötige Nacharbeit rechnen. Erst dann weiß ich, ob die Funktion in meinen Workflow passt.
Du planst selbst eine Filmproduktion?
Wenn du vor dem Dreh schon mitdenken möchtest, welche Inhalte danach für Website und Social entstehen, schick uns die Eckdaten. Ich bespreche mit dir, welcher Umfang und welcher Ablauf zum Projekt passen.
Quellen
Funktionsumfang und Verfügbarkeit: Blackmagic Design, Pressemitteilung zu DaVinci Resolve 21.1. Bildnachweis Featured Image: Fuka jaz, „Close-up view of professional video editing software displaying colorful waveforms“, Pexels. Symbolbild einer DaVinci-Resolve-Oberfläche; keine Kooperation mit Blackmagic Design. Nutzung gemäß Pexels-Lizenz.



