Ich sehe gerade bei B2B-Videos ein klares Risiko: Ein Clip kann glatt produziert sein und trotzdem austauschbar wirken. LinkedIn hat im September seine Maßnahmen gegen generische KI-Inhalte und automatisierte Kommentare erweitert. Für mich ist die praktische Konsequenz nicht, KI aus dem Workflow zu verbannen. Ich würde sie für Routine nutzen und die Aussagen, Beispiele und Haltung immer von echten Fachleuten kommen lassen.
Was LinkedIn konkret ändert
Wenn ich einen LinkedIn-Beitrag plane, frage ich zuerst: Was erfährt jemand hier, das er nicht schon in jedem zweiten Unternehmenspost liest? LinkedIn beschreibt mit „AI Slop“ vor allem Inhalte ohne eigene Sicht oder konkreten Mehrwert. Mitglieder können solche Beiträge und Kommentare melden; die Plattform entwickelt zugleich ihre Schreibhilfen weiter. Die Details und den Stand der Funktionen halte ich in den Quellen unten fest.
LinkedIn sagt, die jüngsten Maßnahmen hätten die Aufrufe der als AI Slop eingestuften Inhalte um 40 Prozent reduziert. Das ist eine von LinkedIn selbst genannte Zahl und kein Versprechen, dass ein bestimmter Beitrag Reichweite verliert oder gewinnt. Für meine Planung ist die brauchbare Erkenntnis einfacher: KI kann beim Formulieren helfen, aber ein echter Einblick muss im Inhalt stecken.
Was das für B2B-Videos bedeutet
Ich würde vor dem Dreh nicht mit einer Werbebotschaft starten, sondern mit einer Beobachtung aus dem Arbeitsalltag: Welcher Schritt sieht von außen leicht aus, braucht aber Erfahrung? Woran erkennt ein Profi, dass etwas gut gemacht ist? Ein konkreter Moment oder eine nachvollziehbare Entscheidung macht ein Interview für mich interessanter als eine sauber aufgesagte Unternehmensbeschreibung.
Für ein kurzes Interview stelle ich gern drei einfache Fragen: Was wird an deiner Arbeit oft unterschätzt? Welche Entscheidung triffst du nicht nach Schema F? Was würdest du einer neuen Kollegin am ersten Tag zeigen? Ich lasse die Antwort erst einmal ausreden und suche danach den einen Gedanken, der auch ohne den ganzen Film verständlich ist. Daraus entsteht ein Clip mit Substanz statt ein austauschbarer Claim.
Bei Videos würde ich vor allem auf einen verständlichen Einstieg und einen klaren Gedanken achten. Eine hohe Wiedergabezahl allein sagt mir noch nicht, ob der Clip für die richtigen Menschen nützlich war. LinkedIn beschreibt, dass Relevanz, Videoqualität und Mitgliederfeedback bei der Verteilung eine Rolle spielen. Ich behandle das als Orientierung für gute Arbeit, nicht als Rezept für garantierte Reichweite.
Ein Interview-Setup aus unserem Equipment-Pool
Für ein Interview aus unserem Rental-Katalog würde ich das Setup passend zum Raum zusammenstellen: Sony FX3 fürs Bild, DJI Mic II für einen kontrollierten O-Ton und Aputure LS C300X als mögliche Lichtquelle. Das sind Beispiele für die Planung, keine pauschale Empfehlung für jedes Interview; Verfügbarkeit und Raum prüfe ich für den konkreten Termin.
- Vor dem Dreh eine konkrete Frage festlegen.
- Die Person in eigenen Worten antworten lassen. Kein ausformulierter Werbetext nötig.
- Untertitel und Schnitt dürfen mit KI unterstützt werden; Aussage, Fachlichkeit und Ton bleiben bei der Person.
- Wenn es passt, reale Details aus dem Arbeitsumfeld ergänzen, damit das Gesagte sichtbar wird.
Ich will mit der Technik vor allem dafür sorgen, dass ich die Person gut verstehe, ihr Gesicht lesen kann und die entscheidende Arbeit im richtigen Moment sehe. Bevor ich einen Clip freigebe, prüfe ich deshalb Ton, Bildausschnitt und Aussage gemeinsam. Wenn der Inhalt ohne Bauchbinde oder Werbetext verständlich ist, ist das für mich ein guter Ausgangspunkt.
Zeigt, wie eure Arbeit wirklich aussieht.
Wenn in eurem Unternehmen Fachwissen und echte Arbeit stecken, planen wir mit euch, wie daraus ein Hauptfilm und passende LinkedIn-Kurzformate werden.
Quellen und Bildnachweis
- LinkedIn: How LinkedIn is Continuing to Tackle AI Slop, veröffentlicht am 15. September 2026; Plattformangaben zu Feedback, Erkennung und Reichweitenänderungen.
- LinkedIn Hilfe: Video visibility and quality on LinkedIn; Informationen zu Videoverteilung, Relevanz und Mitglieder-Feedback.
- Bildnachweis zum Featured Image: Shantanu Kumar, „Smartphone showing LinkedIn login on vibrant orange background“, Pexels. Symbolbild mit LinkedIn-Logo; keine Kooperation oder Empfehlung durch LinkedIn. Abgerufen am 30.09.2026. Die Pexels-Lizenz erlaubt die kostenlose Nutzung auf Websites und Blogs; eine Namensnennung ist nicht vorgeschrieben und wird hier freiwillig ergänzt.



