Bei einer Interviewleuchte interessiert mich zuerst, wie gut ich damit das Gesicht und den Raum in den Griff bekomme. Die Aputure NOVA II 1x1 bringt dafür eine spannende Mischung mit: BLAIR-CG für Weißlicht und kräftige Farben, einen wechselbaren Diffusor und mehrere Wege zur Steuerung. Aber was davon hilft beim nächsten Dreh tatsächlich?

Titelbild: KI-generierte Beispielszene, kein Produktfoto.

BLAIR-CG: mehr als buntes Licht

Der interessanteste Teil sitzt hinter dem Diffusor. BLAIR-CG mischt Blau, Lime, Amber, Indigo, Rot, Cyan und Grün. Daraus entstehen sowohl Weißlicht als auch gesättigte Farben. Bei der NOVA II 1x1 reicht die Farbtemperatur von 1.800 bis 20.000 Kelvin; dazu kommt eine Grün-Magenta-Korrektur.[1]

Für mich steckt der Vorteil darin, je nach Aufgabe Weißlicht oder Farbe mit derselben Leuchte gestalten zu können. Für ein Interview würde ich mit einem neutralen Gesicht anfangen und erst danach den Hintergrund gestalten. So lässt sich leichter erkennen, welche Lichtquelle gerade einen unerwünschten Farbstich ins Bild bringt.

Aputure NOVA II 1x1 eingeschaltet auf einem Stativ bei einem Außenaufbau
NOVA II 1x1 im Außenaufbau von Aputure. [1]

Hauttöne: erst die Basis, dann der Look

Aputure setzt unter anderem auf Indigo und einen erweiterten roten Emitter, um die Farbwiedergabe zu verbessern.[1] Für mich bleibt trotzdem der wichtigste Handgriff ganz unspektakulär: Weißabgleich festsetzen und das Gesicht in der Kamera kontrollieren, bevor die Hintergrundfarben dazukommen.

Als Beispiel: In einem Büro mischen sich Fensterlicht und Deckenleuchten. Dann hilft es wenig, nur irgendeinen Kelvinwert am Panel einzustellen. Erst entscheiden, welche Lichtquelle den Ton angibt. Störendes Deckenlicht möglichst ausschalten oder abschirmen; einen verbleibenden Farbstich gezielt korrigieren. Sonst versucht man später im Schnitt, drei unterschiedliche Lichtfarben aus einem Gesicht zu ziehen.

Farbe dahin, wo sie wirken soll

Für farbige Hintergründe gibt es unter anderem x,y- und HSIC+-Steuerung.[1] Das Herstellerfoto zeigt einen solchen farbigen Aufbau und gleichzeitig die Bedienseite des Panels. Gerade bei einer Wand im Unternehmenslook ist eine gespeicherte Farbe hilfreicher als jedes Mal wieder am Regler zu suchen.

Aputure NOVA II 1x1 in einem farbig beleuchteten Hersteller-Set, mit sichtbarem Display auf der Rückseite
Farbiger Aufbau von Aputure mit der NOVA II 1x1. [1]

Ich würde die Farbe zunächst auf die Wand richten und erst dann prüfen, was davon auf der Person landet. Ein schöner blauer Hintergrund bringt wenig, wenn plötzlich auch die Wange blau ist. Mehr Abstand zwischen Person und Hintergrund oder eine Abschattung können hier mehr bewirken als ein neuer Farbwert. Soll das Gesicht unabhängig davon neutral bleiben, braucht es eine eigene Lichtquelle.

Diffusor drauf – und alles weich?

Die NOVA II 1x1 hat nativ einen Abstrahlwinkel von 35 Grad. Mit dem beiliegenden flachen Diffusor werden daraus 95 Grad.[1] Dadurch erreicht das Licht einen größeren Bereich. Eine riesige Lichtquelle wird das Panel durch den flachen Diffusor aber nicht.

Techniker richtet eine Aputure NOVA II 1x1 auf einem Stativ vor einem Gebäude aus
Ausrichten des Panels beim Herstelleraufbau. [1]

Für weiche Schatten zählt, wie groß die leuchtende Fläche vom Gesicht aus erscheint. Deshalb würde ich für ein ruhiges Interviewbild zuerst den Abstand verändern und die Schattenkante an Nase und Wange ansehen. Wenn der Platz reicht, kann eine größere Diffusionsfläche helfen. Dabei geht Licht verloren, und diese Fläche muss ebenfalls sicher stehen. Genau das gehört schon in die Planung, nicht erst zwischen zwei Interviewterminen.

Den Aufbau beim nächsten Mal wiederfinden

Hinten sitzen Display, Bedienelemente und Anschlüsse. Neben der Bedienung am Gerät unterstützt das Panel Sidus Link und Sidus Link Pro sowie DMX und CRMX.[1] Das ist praktisch, wenn die Leuchte bereits oben auf dem Stativ steht und noch eine kleine Korrektur braucht.

Aputure NOVA II 1x1 auf einem Stativ im Regen, Rückseite mit eingeschaltetem Display
NOVA II 1x1 im Regen: Aufnahme von Aputure. [1]

Für einen wiederkehrenden Interviewplatz würde ich zusätzlich ein Foto vom gesamten Aufbau machen und Abstand, Höhe und Ausrichtung notieren. Eine gespeicherte Helligkeit allein bringt wenig, wenn die Lampe beim nächsten Termin einen Meter weiter hinten steht. Die App speichert Einstellungen; das Handyfoto erinnert daran, wo das Licht tatsächlich stand.

Der Raum gehört zur Lichtplanung

Das Bild aus unserem Archiv zeigt es ganz gut: In einem Fahrzeug lässt sich Licht nicht beliebig weit zurückstellen. Stative, Kamera und Menschen brauchen denselben knappen Platz. Bevor ich hier über eine Leuchte entscheide, würde ich erst die Kameraposition und die Wege durch das Set festlegen.

Lichtaufbau mit mehreren Leuchten im Innenraum eines Busses, eigenes Archivfoto
Lichtaufbau in einem Fahrzeug aus unserem Archiv. [2]

Genau so würde ich auch an die NOVA II 1x1 herangehen: Welche Aufgabe soll sie übernehmen, welcher Lichtformer passt dafür und wie viel Platz bleibt davor? Spannend finde ich an ihr die Kombination aus Farbsteuerung und wechselbarem Diffusor. Ob daraus ein passendes Interviewlicht wird, entscheidet sich dann am Gesicht, am Hintergrund und am verfügbaren Raum.

Ihr plant Interviews für euer Unternehmen?

Lasst uns vor dem Dreh klären, welcher Look zu euch passt und was am Drehort dafür gebraucht wird. Dann planen wir Licht, Kameraposition und Ablauf zusammen.

[1] Aputure NOVA II 1x1 / Produktbilder: © Aputure; [2] infinity media; Titelbild: KI-generiert mit OpenAI.